Der heutige Tag und Abend gehört Herrn Hill; R. erinnert mich daran, wie ich ihm in Schwerin nach den ersten Takten, die er gesungen, bemerkt: Dies ist der bedeutendste von allen. Ein ungemein wuchtiges Naturell, großes Feuer, kurz alle Eigenschaften, welche R. braucht. – Er klagt über Preußen und den…
Einige Besuche (durch Karten) abgemacht. Eigentümliche Stimmung trotz aller Tätigkeit, welche darin ihren Ausdruck findet, daß ich die alte Lieblingslektüre Eugénie de Guérin wieder vornehme. Könnte man sich einen entgegengesetzteren Beruf denken als den meinigen und den ihrigen, und doch ist kein Wesen mir so innig Freund als diese bretonische…
Mit Lusch gearbeitet, R. an seiner Partitur, freut sich des Saales, leider keine ungetrübte Freude, da die Hausnot im Wachsen ist. Abends Frau Grün wieder von Coburg hierher gekommen, singt die Erweckung von Brünnhilde, was einigermaßen in Verlegenheit bringt, da sie die Brünnhilde nicht singen kann.
Frau v. Schleinitz schickte die Photographie nach dem zu Gunsten Bayreuth's verkauften Aquarell von Menzel; sehr eigentümlich! – R. arbeitet; keine weiteren Nachrichten von Sängern, Hausunannehmlichkeiten, abends Gunther mit Herrn Alexis probiert. (An den Vater geschrieben).
R. liest mir den gedruckten Brief eines ungenannten Hauptes der kath. Partei in Deutschland an einen fr. Bischof, welcher wirklich drohend für Deutschland klingt, R. zitiert darauf dieses Wort Cromwell's: Vertraut auf Gott und haltet euer Pulver trocken (an seine Soldaten vor Worcester). Wir bleiben zu Haus, R. arbeitet Vor-…
R. träumte wieder den alten herkömmlichen Traum von seiner Frau, welche er nicht wußte wie in seinem neuen Leben unterzubringen, bis das Erwachen durch die Reflexion »sie ist ja tot« sich Bahn bricht. – R. arbeitet Vor- und Nachmittag; ich arbeite viel mit Lusch und hoffe ihr eine gute edle…