Schöner Tag, R. trotz eines häßlichen Traumes (er verstecke sich, wurde aufgehalten, gefangen) in guter Laune, ich auch trotz tiefem, wohl nie endendem Kummer! Stilles Schmücken des Baumes bei Sonnenuntergang; Nüsse und Äpfel strahlen im goldnen Schein, heitere Wehmut, wie gern will ich alles tragen, könnte ich andren nur die Prüfung ersparen! Ich klage nicht, daß dies mir beschieden, gerecht ist alles, was wir leiden, ich klage um andere, um einen andren! …
Abends weiter geputzt, während R. zufällig in der Bibliothek einen Band der »Correspondence générale de Voltaire« nimmt (Band VIII) und zu unserer größten Erheiterung einige Briefe daraus liest. Wir gedenken Goethe’s und Friedrich’s des Großen, wie ihnen dieser feine, lebhafte, gebildete Geist muß angenehm gewesen sein.
