Briefe der Kinder, gut. Einige Besuche empfangen. Um fünf Uhr mit Helmholtzens bei Schleinitzens gespeist; abends mit Frau v. Schleinitz »Werwolf« vom Grafen Hochberg[1] angehört, nicht schlechter noch besser als irgend eine Musik. Bei Frau v. Schl, das Portrait R. 's von Lenbach gesehen, entschieden das schönste, was von R….
In das Museum mit R.; überwältigender Eindruck eines Giorgione, Adam und Eva! Es ergreift und reißt R. völlig hin. Mittagessen mit R. allein; abends Tannhäuser, traurigster Eindruck des Sängers Schroetter[1]! … Unsinnige Darstellung (nach Niemann!) und wenig Stimme. Nach der Aufführung Abend bei Herrn von Rudolphi, einem ernsten, sehr angenehmen Mann….
Erster Brief der Kinder aus dem Luisenstift, sie scheinen zufrieden! … Ich fahre zum Pr. Österley[1], welcher mich in das Museum führt, ein schöner Miereveldt[2], ein schöner Tizian, ein schöner Rubens. Um 2 Uhr Abfahrt nach Braunschweig; R. unsicher in Bezug auf Frl. Weckerlin[3] (Sieglinde oder Gutrune). Im Hôtel, wie…
Briefe; wieder einige Hausunannehmlichkeiten! – Besuche, unter andrem eine Sängerin aus Bremen (Wilde), welche tüchtig scheint. Sie singt das Gebet aus Tannhäuser, was mich wie immer unaussprechlich rührt und ergreift. Um vier Uhr werden wir zum Bankett des Künstlervereines abgeholt, welches freundlich abläuft, wenn es auch ein wenig lang dauert….
Um halb zehn Uhr fort; schönes Wetter. In Köthen entsinnt sich R., [daß er] einmal mit Minna die Nathalie[1] in einer Herrenhuter Anstalt besucht habe; Gnadauer Brezeln erinnern ihn daran. Um vier Uhr in Hannover, wo ich dies aufschreibe. Abends um 7 Uhr Aufführung des Lohengrin, leider nicht schön, der…