Der Weg zu den ersten Bayreuther Festspielen in Tagebucheinträgen und Briefen
Im August 1876 werden die ersten Bayreuther Festspiele stattfinden, doch 2 1/2 Jahre davor, droht die Unternehmung zu scheitern. Der Plan das „Theater“ durch die Ausgabe von Patronatsscheinen über die Richard Wagner Verbände zu finanzieren geht nicht auf und König Ludwig II. will keine klare Aussage machen, ob er für den benötigten Restbetrag bürgt. Cosima und Richard leben mit den Kindern in Bayreuth. Sie bauen gleichzeitig ihr Haus und das „Theater“; beide sind überanstrengt und voller Sorge. Was wird die Zukunft nur bringen?
Mai 1874
R. schreibt an den König, ich nehme die Ordnung meiner Wäsche vor, was mich vor- und nachmittags beschäftigt, da die frühere Haushälterin alles in größter Unordnung gelassen. Abends einige Freunde. Herr Rubinstein spielt uns die Sonate Cis moll [1] vor. [1] op. 27 Nr. 2, quasi fantasia, Mondscheinsonate, von Beethoven….
View moreUm 8 Uhr zur Kirche bis gegen 12, auch R. kommt hin, und alle Kinder, auch Fidi, tiefe Ergriffenheit, Innewerdung des Erhabenen der Religion und der Gemeinsamkeit, ich glaube, Daniella wird an diesen Tag stets mit Rührung und Erhebung denken. Nach Tisch noch einmal in die Kirche gegangen. – Der…
View moreIch habe nach Boston Notizen über das Theater zu schreiben; den Nachmittag mit Lusch zur Beichte und Absolution; R. spricht ihr von ihrem Vater und sagt ihr, er hoffe, daß unter seinem Schutz sie ihm, dem Vater, zur dereinstigen Freude gedeihen werde. Das Kind sehr ergriffen. Ich danke R. von…
View moreIm Garten gefrühstückt, dann Lusch zur Prüfung geführt. Nachmittags mit dem Dekan die Ordnung der Beichte vorgenommen, wobei mich R. antrifft, was ihn sehr unterhält. Große Schwüle. Freude an dem Haus, am Garten, abends spazieren gegangen mit R., wiederum außerhalb der Welt. Nur die Tiere machen Not, einen armen Hahn…
View moreR. nimmt sein Marienbader Wasser, spürt aber wenig gute Früchte davon und ist tief verstimmt. Ich habe Lulu zur Konfirmation vorzubereiten und spreche ernst zu ihrem Herz; der herrliche einfache Mythos des Sündenfalls, das daran sich knüpfende Elend der Welt, welches uns einzig das Heil in der Erlösung finden läßt,…
View moreIch habe heute für R. zu unterschreiben, daß er mein zurückgelegtes Geld für die Zahlungen des Hauses nach Belieben brauchen möchte. Die Sorgen hausen bei mir, denn auch das Befinden R.'s flößt mir große Besorgnisse ein, und ich fürchte die Überschreitung unserer materiellen Kräfte. R. wirft mir vor, daß ich…
View moreLusch schreibt ihrem Vater nach Florenz, sich seinen Segen erbittend zu ihrer Konfirmation. Ich schreibe allerlei Briefe. R. dankt dem König für sein Telegramm. Er ist sehr angegriffen. Wir machen gemeinschaftliche Besuche und Besorgungen zu Fidi's Geburtstag. Abends ist R. sehr leidend.
View moreMein höchster Herr und ewiger Freund! Ewig nenne ich Ihre Freundschaft, weil sie nicht in der Zeit und im Raume befangen ist. Diese Bezeichnung drängte sich mir als die einzig richtige auf, als ich Ihren huldreichen Gruss' zu meinem letzten Geburtstage erhielt. Mir waren viele Glückwünsche von nah und fern,…
View moreAbschied von Freund Gersdorff und Herrn Hoffmann. R. ist nicht wohl, die Besuche greifen ihn an, auch ist er heftig darüber erschrocken, daß Richter uns nur noch 2 Monate geben kann. Auch ist die Häufung der Ausgaben des Hauses ihm sehr unangenehm. Trübes Wetter, der Pfarrer Tschudi, der gute Mann,…
View morePfingsten Immer mit der kleinen schönen Frau, dazu Hoffmann und Freund Gersdorff, in der Seele der schlafende Schmerz. Nachmittags entfernt sich die Schöne, abends heimliche Unterhaltung mit dem Maler Hoffmann, welcher sehr eigensinnig ist.
View moreFrau v. M. fort, den Tag über mit Marie Dönhoff in Ergießungen ihrerseits, bei mir ist der Schmerz zurückgedrängt. Der Maler Hoffmann kommt mit seinen Skizzen, hat aber leider nichts daran verändert. Abends spielt Marie Dönhoff sehr schön, von der Kronprinzessin erzählt sie, dieselbe habe von R.'s Musik gesagt, sie…
View moreDie Kinder stecken 61 Lichter auf die Badewanne R.s und umgeben dieselbe mit Kränzen und Blumen-Stöcken, ganz aus sich; heiteres Lachen darüber. Tauben fliegen zum ersten Mal aus dem Haus und umflattern das unsrige. Ich feiere dieses Jahr R. nicht. Marie Dönhoff kommt in ihrer ganzen Lieblichkeit um 9 Uhr…
View moreFrüh auf, um das Gedicht zu Stande zu bringen, den Kindern dann übergeben. Mit Frau v. M. nach Eremitage gefahren, nach mittags zum Theater, dann nach Fantasie. Brief des Vaters aus Florenz, Brief von Herrn Muchanoff, ich entschließe mich, ohne der Freundin ein Wort davon zu sagen, gleich nach der…
View moreUns der Sprichwörter erinnert – über Erziehung gesprochen (unselig das Wissen ohne Taten, unselig der Mann ohne Wissen (u.s.w.)). Viel weniger auf Wissen darin gegeben als auf ästhetisches Gefühl, schönes sprechen, schöne Gebärden – die Griechen darin das Richtige erkannt und gefunden. Was wäre das Schöne für die Deutschen? Das…
View moreBrief eines Kolbergischen Herrn, des Neffen der Dame, welche einen Patronatsschein begehrte, derselbe schickt wiederum 300 Th. und erklärt seine Absicht, sich diesem Theater zu widmen. – Gestern kam wiederum ein Brief des Redakteurs der A.A.Z., welcher seinen Dank für R.‘s Brief und seine Versicherungen der unbedingten Verehrung ausspricht. R….
View moreR. instrumentiert wiederum; ich tue nicht viel außer umher schauen, mit Loldi lesen (deutsche Geschichte u.s.w.) und mich herumschleppen, da mein Übelbefinden sehr groß ist. Nachmittags mit den Kindern gespielt, weil sie kleine Gäste haben. Abends wollten wir „Perikles“ lesen, fanden ihn aber nicht in der Tieck-Schlegel’schen Ausgabe[i]. [i] „The Late,…
View moreAllerlei Briefe geschrieben, nach Warschau, Berlin u.s.w., dabei immer viel Einrichtungssorgen. R. instrumentiert eine Seite, befindet sich aber immer nicht recht wohl. Wir beschließen abends den „Titus“ mit großem Staunen. – Am Morgen machten uns unsere zwei Hähne viel Spaß, welche ein völliges Duett sangen, „die zwei Trompeter aus Lohngrin“,…
View moreGestern am Himmelfahrtstag war das Wetter schön und ich konnte wieder ausgehen, heute wiederum regnerisch. – Wir sprachen beim Frühstück vom „T. Andronicus“, ob er ächt wohl sei? Dann von unseren besonderen Liebligen unter den Stücken, R. sagt, daß das letzte Mal, daß wir „Lear“ gelesen hätten, die ungeheure Steigerung,…
View moreR. erzählt seinen Traum, er habe Putz, unheilbar krank, mit einem Stock totgeschlagen, „keiner kümmert sich doch um dich, armes Tier, nun bist du wenigstens erlöst“, und begrub ihn unter einem Haufen Schutt, der massenhaft im Garten umherlag. Beim Frühstück besprechen wir die Erziehung der Kinder; was kann man gegen…
View moreImmer Einrichtung! – R. erhält wiederum einmal eine Korrektur von Basel, ihm völlig erwünscht, da er doch – auch! – an seine Partitur nicht gehen kann. – Beim Nachmittagskaffee sagt er mir, nachdem er mich lange angeblickt: „Freundin! Du bist meine Freundin. Nicht nur, daß du mein Fleisch und mein…
View moreRichtertag, d.h. Tag der der Erwartung Richter’s, er kommt aber nicht, durch die Anwesenheit des Kaisers in Pest zurückgehalten. Immer schlimmes Wetter und dazu mein Übelbefinden, welches mich ganz untauglich macht. – R. kann immer nicht zu seiner Arbeit, denn es ist noch viel Unruhe des Einrichtens im Hause, Die…
View moreHerr Schott ist nun in Mailand gestorben. – R. las heute wiederum in Freytag und sagte: „Wie einem das wohltut, mit diesen sicher von uns erkannten Verhältnissen des Altertums zu tun zu haben und unsere Jesuiten- und Judenwelt, unsere komplette Barbarei zu verlassen!“ – R. behauptet, daß die Deutschen sich…
View moreGeburtstag Daniel’s und Großmamas, trübes Wetter. R. träumte von Rus, daß wir ihn mit auf Reisen genommen und derselbe als Löwe sich entpuppte und plötzlich mit einem Arbeiter einen Abhang hinunter lief; während ich R. sagte, wie können wir aber auch ein solches Tier mitnehmen, und R. die Bemerkung machte:…
View more„Ich halte als Künstler nicht viel von der Pickelhaube“, sagte R. gestern zu den Damen, „und doch erkenne ich sie als die einzige Rettung.“ Er rühmt die Damen heute sehr und sagt, es habe ihm gefallen, daß sie mir die Hand geküßt; wie ich das durchaus nicht zugebe, sagt er:…
View moreR. träumte wieder von mir, daß ich eine große Gesellschaft gegeben, daß überall Leute wären, er sich nirgends von seiner Haustracht entkleiden konnte und ich ihm immer sagte: „Du liebst es ja so.“ – Es melden sich zwei Damen aus Straßbourg, Freundinnen Malwiden’s, ich führe sie auf das Theater und…
View moreR. erzählt mir, er habe geträumt, ich hätte ihm erzählt, ich sie in der Jugend verführt worden, zuerst habe er nichts anhören wollen, dann aber habe es ihn „gewurmt“ und er habe mich gequält, es ihm zu erzählen, ich dagegen hätte gesagt: „Du wolltest ja nichts hören!“ – Am Vormittag…
View moreWie ich heute meine Besorgnis vor dem sehr vergrößerten Hausstand, welchen wir führen, mitteile, sagt R.: „Ich muß es bloß erleben, es kommt noch alles, auch für Fidi, es müßte, denn sein, daß ein neuer Opernkomponist mich aussteche und meine Sachen nicht mehr gegeben würden, ich denke es aber nicht.“…
View moreR. wollte heute an die Arbeit, allein er hatte seinen letzten Bogen der Kopie übergeben, welche jetzt im Theater wohnt, er wandert dort hinauf! Die jungen Leute frieren, sind aber stolz darauf, das Gebäude einzuweihen. Am Nachmittag sagte mir R., ich hätte immer gewünscht, daß er das Haus taufe, nun…
View moreDie Kinder in der Kirche. Ich lese ein wenig im Bett meinen „Woodstock“, immer mit großer Bewunderung. R. freut sich des Hauses und sagt: „Ja, wer mir das gesagt hätte, daß ich ein solch liebes edles Weib in dieser Traulichkeit besitzen würde, ich ärgere mich aber schändlich, daß ich nicht…
View moreGroße Kälte, R. freut sich darüber, indem er hofft, der Schluß des Monates würde gut. „Nur 48, der Völkerfrühling, brachte ununterbrochen schönes Wetter, von März an; und trotz alles Unsinnes ist doch der Grund zu Deutschlands Einheit damals gelegt worden. Ich selbst, ich hätte, glaube ich, den Ring nicht konzipiert…
View moreHagel und Kälte; traurige Erfahrung an Rus, welcher eine schwere Wunde hat. Wir befürchten seinen Verlust. R. verbringt einen Teil des Morgens mit der Beantwortung des gestrigen Briefes. Die Regelung des Hauses nimmt dann viel Zeit in Anspruch. Zur Lektüre kommt es wenig, kaum zu einem unserer gewohnten Gespräche. Wir…
View moreApril 1874
Gute Nacht, aber kalter Tag; lauter Einrichtungsnot. Viel durcheinander. Am Nachmittag erhält R. einen unangenehmen Brief vom Rat Düfflipp[1], dem er geschrieben hatte, einzig um sich der Stimmung zu versichern, in welcher der König die Huld beweisen. Aus diesem Schreiben geht hervor, wie dort wiederum agitiert worden ist. R. sagt…
View moreUnruhige Nacht. Morgens wiederum Konferenz, Kontrakte abgeschlossen, herzlicher Abschied von allen Beteiligten. Erstes Mittagessen, recht heiter und froh, alles noch gesund, ich nehme nach der Unterbrechung von 10 Tagen dieses Buch wieder auf. Schwer liegt auf dem Herzen der fernen Freundin Siechtum und eine Notiz aus einer Zeitung, daß Hans[1] in…
View moreEinzug im Hause! Es ist noch nicht fertig, weit davon, allein wir erzwingen es. Hübsches Mittagessen bei Feustels; um 4 Uhr Einweihung der Speisestube durch die Konferenz zwischen den Herrn Hoffmann, Brandt, Brückwald, dem Verwaltungsrat und den Herren Brückner, Dekorationsmaler aus Coburg. Letzteren wird die Ausführung der Skizzen von Pr….
View more… lauter Umzugsnöte, dazwischen für mich der furchtbare Schlag der Nachricht von Marie Muchanoff’s Sterbenskrankeit, unter entsetzlichen Schmerzen! … Viele Schätze aus der Fülle des Geistes und des Herzens gehen nun für dieses Buch verloren, da ich betäubt von dem Eindruck und ohnedies überbeschäftigt erst im Hause (zum letzten Glück)…
View moreIch habe wiederum Bettarrest und bin nun ein ganz unnützes Glied des Hauses! – Ich bitte R., mir „Woodstock“ zu geben, er freut sich, daß ich diese Lektüre vornehme, und sagt: „Erst kürzlich dachte ich daran, daß die Geschichte einig an der Hand eines Künstlers wie W. Scott genießbar ist;…
View moreR. von Kopfschmerzen geplagt in Folge des Kränzchens, kann nicht arbeiten, geht in das Haus, und mit starkem Husten heimgesucht kann ich ihm nicht beistehen, muß zu Hause bleiben. Abends sagt mir R.: „Ich glaube nur ein Grad mehr und ich könnte einen unüberwindlichen Ekel vor dem Bayreuther Unternehmen empfinden,…
View moreImmer Hausarrest, dabei Verödung des Hausstandes, da Vorhänge und Möbel schon entfernt werden. R. arbeitet nicht, schreibt an den Sekretär des Königs, „gemütlich“ sich beklagend, daß ihm eine so große Gnade bewilligt worden sei und kein Wort dazu ihm geschrieben. Abends geht R. in das Kränzchen, wo Pr. Fries, der…
View moreGraues trübes Wetter, ich bringe Vor- und Nachmittag bei den Kindern zu, Briefe schreibend, R. arbeitet, geht zweimal des Tages ins Haus, badet auch dort und beaufsichtigt alles. Abends kommen von Paris wiederum schöne Partituren an, und R. spielt mir aus der „Vestalin“; die Bitte Julien’s an die Oberpriesterin, die…
View more… so ziemlich zu Bett zugebracht. Nichts Bedeutendes vorgefallen, zwei schöne Frühlingstage, und im übrigen graues Sturmwetter. R. auch nicht wohl und langsames Vorwärtskommen im Hause. Der Vater schreibt mir, daß er uns nicht im Sommer besuchen wird, sondern auf 6 bis 8 Monate nach Rom geht. R. arbeitet regelmäßig,…
View moreLoldi’s[1] Geburtstag muß verlegt werden, wir sind alle vom Frühjahr erfaßt. R. schreibt eine Seite seiner Partitur; wie er auf dem Klavier etwas versucht und wieder an die Arbeit sich setzt: „Die richtige Naht, der rechte Draht“, sagt er lachend. – Herr Peters-Friedländer schreibt vom stetigen Erfolg des Kaisermarsches und bietet…
View moreIch hatte eine schlimme Nacht und muß mich in Folge dessen fiebernd und heiser zu Bett halten, die Kinder auch sämtlich erkältet. R. liest am Morgen die jüngste Schrift von unserem Freund Nietzsche[1] und faßt sein Urteil also zusammen: „Es ist die Schrift eines sehr bedeutenden Menschen, und wenn er sehr…
View moreNeue Gouvernatne! Gott gebe seinen Segen! R. lehrt sie das neueste Gebet für Fidi: „Lieber Gott, verhilf mir zu meinem Glück, gib mir morgen das größte Stück.“ – R. geht in das Haus, ich mit ihm, er badet, befindet sich aber nicht sehr wohl darauf. Nach Tisch singt er eine…
View moreAlles krank, selbst ich mit Kopfschmerzen und Heiserkeit geplagt. R. himmlisch gut, übernimmt alle Aufträge für das Haus und bleibt heiterer guter Laune. Bild: Bayreuth um 1875; die neue Bahnstrecke nach Nürnberg ist noch nicht eingezeichnet (gemeinfrei).
View moreKonsistorialrätliche Besuche. R. arbeitet. Ärgerlichkeiten mit den herzoglichen Hühnern, welche auf einmal sehr umständlich sind. Lulu weiter in „Wallenstein[1]“ gelesen, R. erweckt Wallenstein bei Lietzen[2] durch ein kräftiges Kikeriki, ihm eingegeben durch die Unannehmlichkeiten mit den Hühnern. Nachmittags alle Kinder unwohl und zu Bett. Wir lesen im Schopenhauer (ich glaube das…
View moreIn die Kirche mit den Kindern; darauf im Hause die Eier versteckt. R. nimmt sein zweites Bad, nachdem er etwas gearbeitet hat. „Wenn ich die Kauder[1] los bin, werde ich erst gesund – unter Kauder verstehe ich den Ring des Nibelungen“, sagt er. – Nachmittags bis Abend Verplaudern mit den Kindern,…
View moreEinige Briefe; Gouvernanten-Angelegenheit, und einen sehr wehmütigen unseres Freundes Nietzsche, der sich vergrämelt; R. ruft aus: „Er muß heiraten oder eine Oper schreiben, freilich wird letztere auch derart sein, daß sie nie zur Aufführung kommt, und das führt ihn auch nicht in das Leben.“ – Ich gehe in das Haus…
View moreKarfreitag. Zur Kirche mit den Kindern, heimgekehrt schlage ich R. vor, mit uns auf das Theater zu wandeln. Da er zu unwohl ist zu arbeiten, besteigen wir den Hügel, der auch ein Leidensberg für uns ist. Nachmittags nach Fantasie gefahren, um die Hühner zu besichtigen, von welchen der Herzog uns…
View moreGrün-Donnerstag. R. fühlt sich unwohl, und wir sind beide sehr durch unseres alten Rus‘ Krankheit betrübt, das große arme Tier stöhnt jämmerlich, der Tierarzt erklärt es für Rheumatismus. – Arbeit im Haus Vor- und Nachmittag; R. mußte wiederum vor Gericht des Prager Theaterdirektors wegen, heimkehrend sagt er mir: „Dieser Unsinn…
View moreR. singt den Chor „Wacht auf“ (sich freuend, daß er zu unseres Freundes Riedel Jubiläum in Leipzig gewählt wurde). Er sagt: „Das war für mich die Quintessenz des Werkes, das hatte ich zu allererst in Paris und sagte zu Weißheimer in Biebrich: Geben Sie acht, das Vorspiel zum dritten Akt…
View moreMärz 1874
R. liest in Champfleury‘s Skizze über Balzac und muß sehr lachen über die Bemerkung des letzteren über Lamartine[1]: „Il mourra sur la paille. – D’ailleurs il ne sait pas le francais.“ Vor- und nachmittags in das Haus gegangen; abends liest R mir mehreres aus der Skizze von Champfleury vor: „sie…
View moreZur Kirche mit den zwei älteren Kinder; R. arbeitet. Nachmittags mit ihm in das Haus. Abends die Musiker. Cis moll Quartett[1]. Erinnerungen R.‘s an seine ersten musikalischen Erlebnisse, Magdeburg etc. – „In Zürich hatte ich bereits eine lebenslängliche Anstellung durchgemacht.“ – Vom Macedonier befragt, wer wohl der R. der Novelle…
View moreR. hatte wiederum eine üble Nacht! … Die Bäumchen von Tribschen, die ich wünschte, sind angekommen, eine Fichte, an das Grab zu bringen, einen Obstbaum, zwei Linden, mit großer Rührung empfange ich sie; glücklich derjenige, der eine Stätte hatte, die ihm heilig, ein Nirwana, Nichtwahnland! – „Ich brauche es bloß…
View moreEs geht R. besser, er hat gut geschlafen und ist in Folge dessen heiter; er bemerkt mit Verwunderung die weiße Haarlosigkeit seiner Haut (Fidi hat die gleiche), erzählt, daß man von Goethe und Byron dasselbe berichtet und fügt, von Byron’s Zartheit sprechend, mit Lachen hinzu, „Byron[1] war der Übergang vom Menschen…
View moreR. die Nacht aufgestanden, um nach Rus[i] zu sehen, den ich auf der Straße wähnte; hat sich erkältet und leidet furchtbar am Fuß. Petroleumumschläge werden gemacht, und der Dr. meint, es fehle nicht viel, so hätte er die Krankheit durchzumachen, an welcher Fürst Bismarck jetzt so leidet. Die Briefe aus Straßburg…
View moreR. immer nicht wohl, steht aber doch früh auf und arbeitet. Ich mit den Kleinen Vor- und Nachmittag im neuen Haus; viel Arbeit dort, wie R. hinkommt viel Ärger, weil große Konstruktionsfehler vorhanden! R. hat heftige Schmerzen am Fuß, soll viel gehen, seines Unterleibsleiden wegen, und kann nicht! … Abends…
View moreVollkommenes Frühjahrs-Wetter, R. aber leider immer nicht wohl, kann nicht arbeiten. Er empfängt einen Brief von Fritzsch[1], aus welchem erhellt, daß wiederum ein Brief R‘s an einen Herrn Luckardt[2] mißbraucht worden ist, und zwar gegen Fritzsch; er erwidert. Eine andere Rubrik: Neuester Wagner-Schwindel, berichtet, daß er Frau Mallinger[3] nach Bayreuth zitiert habe,…
View moreAllerlei Briefe zu schreiben, an die Italiener wegen Rienzi, dann Gerichtsgeschichten, Hauseinrichtungen – allerlei. R. ist so gut und unterschreibt. Er entschließt sich auch die Briefe anzukaufen. Gedanken über die Gesetzgebung, welche nie die üble Tat verhindert, sondern sie nur dann bestraft, wenn sie etwaigen Schaden gebracht hat. Wie viele…
View moreDem verehrten Dekan Cigarren zugesendet, Briefe geschrieben, mit den Kindern im Haus, R. arbeitet. – Abends in „Was ihr wollt“; viel viel Freude daran, langes Gespräch darüber. R. sagt, Malvolio sei E. Devrient[i], der die Würde in der Pedanterie setze und eine Raupe daneben habe (Schauspieler zu sein und Dichter…
View moreSchneegestöber, dazu Blumen Malwiden’s aus Italien! Im Hause mit R. Vormittags Brief an Pr. Nietzsche über seine Schrift, R. wirft mir vor, daß ich die deutsche Sprache verlerne, er sei mächtig eifersüchtig darauf, daß ich so viele französische Briefe empfing und schriebe. Trauriger Eindruck. Abends „Über die Art, die Verse…
View moreFrühlingsstürme und viele Hausnöte, große Schwermut, doch Freude an den Kindern. Abends liest mir R. aus Freytag’s Buch, Myconius bei Tetzel[i] und den Ablaß-Kram, sehr interessant. Keine lebenden Bilder, sondern eine Bilder-Auktion veranstaltet Marie Schl. zu Gunsten Bayreuths. [i] Myconius bei Tetzel: Friedrich Mecum, gen. M. (1490-1546), Franziskanermönch, schloß sich 1517 Luther…
View moreAm frühen Morgen Besuch von Freund Feustel, welcher endlich die Berechnungen von Freund Brandt hat und wieder schwarzsichtig aufregend ist. R. arbeitet jedoch trübgemut, ich habe im Hause vor- und nachmittags zu tun; die entfernte Gouvernante fehlt mir auch praktisch sehr, dazu die immer großer werdenden Ausgaben. – Abends ist…
View moreViel mit den Kindern Vor- und Nachmittag; nicht ausgegangen wegen großer Müdigkeit; Freude an ihrer aller Herzlichkeit. Am Morgen singt R. mir das Thema von Sieglinde an Brünnhilde und sagt mir: „Das bist du – – „, abends die Musiker aus der Kopie, welche R. aber wenig Freude gewähren.
View moreWir besprechen heiter beim Frühstück die gestrige Lektion; wie jeder von uns dann an seine Tagesarbeit gehen will, erhalten wir vom Buchhändler Geißel die Notiz, daß im Reichsanzeiger zum Verkauf 19 Briefe von Richard uns seiner Gemahlin aus den Jahren 1860-1867 angezeigt seien mit der Zugabe, sie seien höchst interessant!…
View moreR. erzählt allerlei vom gestrigen Kränzchen, daraus ergeht, daß er gern mit den Männern zusammen war. – Bei Schnee und Wetter Vor- und Nachmittag in das Haus. R. hat auch dort viel Ärgernis und kehrt schwerer Laune heim, doch arbeitet er Vor- und Nachmitag an seiner Partitur. Es kommen zwei…
View moreR. hatte eine üble Nacht und klagt dem Dr. sehr, als dieser zu ihm kommt; doch arbeitet er; Richter schreibt, glücklich über die Nachricht, die er erhalten hat, er wird sich frei zu machen wissen. Frau von Meyendorff (1) erwählt mich zu ihrer Vertrauten, und was soll ich raten zwischen…
View moreR. spricht am Morgen von der deutschen Reichsstadt, wir er sie wünschte, am Zusammenfluß von Main und Rhein – „es ist wirklich den Elsässern nicht zu verdenken, wenn sie lieber in Paris als in Berlin sind. Aber von Kulturgedanken it man entfernt, und von der ganzen Reichsgeschichte bleibt die preußische…
View moreR. erhält einen Brief aus Brüssel von einem Deutschen, welcher Sonette an die nordischen Götter entsenden, dies führt uns auf die alten Mythen und Sagen zu sprechen, von letzteren sagt R.: „Wenn wir einen wirklichen Dichter hätten, da wären Stoffe noch zu populären Stücken (Rolf Kraki, der Nornagest u.s.w.), aber…
View moreR. wollte heute wieder nach mehreren Tagen Unterbrechung an die Partitur gehen, da kommt Herr Feustel mit Herrn Riederer (1), und dabei keine Spur von Hülfebereitwilligkeit seitens des letzteren für etwaige Hôtelbauten. Nachmittags kommt ganz zufällig de Hotel-Besitzer Albert aus Mannheim, welcher Pläne vorlegt; R. mit ihm zu Feustel, wenig…
View moreDie Kinder zur Kirche, ich schreibe an Marie Schl.(1) und R. weitere Briefe nach außen. Nachmittags zum Hause, abends zeigt mir R., was er am Morgen in Tieck’s (2) kritischen Studien gelesen, in Folge dessen wir auch den zweiten Akt des „Prinzen von Homburg“ vornehmen, kleine Enttäuschung, die Konzeption unübertrefflich,…
View moreR. arbeitet; ich mit den Kindern in das Haus. Sorge um die großen Ausgaben. Nachmittags wiederum dahin, mit R. abends Kindernot; Entschluß, die ältesten in ein adeliges Institut zu geben. Die ganze Nacht unter Gedanken und Sorgen dieser Art verbracht. – Es ist wohl wunderbar, daß ein Blick auf den…
View moreR. erzählt mir, daß er nachts mich in der Stube mit Fidi sah, er eigentümliche Flecke hatte, und ich ihm sagte: „Der Kleine will nicht zu Bett, die Stunde ist überschritten, er ist so aufgeregt.“ – Herr Groß kommt am Morgen und meldet, der König habe den Vertrag unterzeichnet. Ich…
View more„Hilf mir zu einem guten Tag“, sagt R. in der Frühe. Dann ruft er das Bild seiner Mutter an, vor welchem ich liege, und: „Was sagst du nun“, ruft er es an, „daß ich diese Frau mir gewonnen?“ – Er erzählt dann von einem Stück in der Art „Kapitulation“, das…
View moreBeim Frühstück, wie wir über seine Frau sprachen, sagte mir R.: „Von der Wirklichkeit meines ganzen früheren Lebens, wüßte ich nichts, wenn ich nicht die paar Opern von mir hätte.“ – Bei Tisch sagte R.: Wenn ich zu den Sozialisten zu sprechen hätte, würde ich diese drei Axiome aufstellen: 1….
View moreR. hatte wiederum keine gute Nacht, er arbeitet aber dennoch. Herrliches Frühjahreswetter, ich führe Daniella zur Volksschule, um dort eingeschrieben zu werden; im tiefen Gemüt bitte ich, sie möge den h. Akt zu ihrem Frommen begehen. Mittag allein mit R., darauf geht er aus, nach Herrn Feustel zu sehen, welcher…
View moreR. erzählt mir zwei Träume, die er diese Nacht hatte, der eine war ein Abschied von Minna, wobei er sie erschreckt frug, Herr Gott, hast du denn Geld von mir erhalten? Sie freundlich: „Denkst Du jetzt daran“, worauf herzlicher Abschied, er aber sich sagend: „Nun wirst du ihr schriftlich besser…
View moreFebruar 1874
R. immer fleißig bei der Arbeit. In Wien hat Freund Feustel den Vertrag mit Professor Hoffmann vorgenommen, dieser will für das Jahr 1875 fertig sein; doch ist daran nicht zu denken. Des Vormittags wandre ich zum Hause mit den Kinder, nachmittags R. Abends liest er mir einige von den Gallizismen…
View moreR. arbeitet immer, beschäftigt sich aber auch viel mit dem Hause, welches ihm Freude macht. Die beständige Heiterkeit Fidi’s erfreut ihn sehr: „Kein dummer Dünkel, kein Hochmut, keine üble Eigenschaft ist im Gefolge der Heiterkeit, sie gehören dem Trübsinn, der Unfreiheit an.“ „Er wird ernten“, sagt er, indem er das…
View moreDas Schreiben des Kaisers gibt unserem guten Dekan nicht recht; man scheint doch in Preußen sehr entschlossen zu sein. – R arbeitet; aus Hamburg erhält er 60 Th. als Erfolg eines Konzertes, welches die Militärkapelle in Hamburg für Bayreuth gegeben hat. Immer sehr rührende Zeugnisse. Freude an den Bildern nach…
View moreDie Schrift unseres Freundes bildet den Gegenstand unserer Gespräche, der feurige Witz, mit welchem sie geschrieben ist, ist ganz erstaunlich. R. arbeitet. Wir gehen nachmittags in das Haus, und abends besucht uns der Dekan, uns durch seine Wärme und seine Originalität erfreuend. Er spricht von der furchtbaren Wendung, welche die…
View moreFür mich noch immer keine Möglichkeit der Tätigkeit, meine Augen schmerzen mich sehr. Keine Nachrichten von außen, langsames Vorwärtsgehen des Hauses. Abend die Broschüre mit vielem Interesse beendigt.
View moreMit grünem Schirm bewaffnet, wie zur Zeit meiner Kindheit – R. aber arbeitet emsig. Wir fahren in der Broschüre unseres Freundes fort und freuen uns ihrer, großer Mut, große Inbrunst, große Schärfe des Urteils. An R.’s Beispiel ist ihm die ganze jetzige Welt in ihrer Nichtigkeit erschienen.
View moreIch schreibe an den König und sende unsre und der Kinder Photographien. R. geht endlich wieder an die Partitur. Am Morgen liest er in einem Buch, das ihm gefällt: „Die Gallizismen in der deutschen Sprache“ von einem Rektor aus Danzig. Abends beginnen wir die neu angekommene Broschüre von Freund Nietzsche…
View moreBöse Augen, die nicht mehr dienen wollen. Der Doktor weiß keinen Rat. Wir denken an das Wasser von Lourdes, wovon R. viel in Daumer’s Buch gelesen! … Beschäftigung mit dem Haus; R. noch zu Feustel, welcher nach Wien reist. Maler Hoffmann krank. Schöne Rede von Graf Moltke über die außerordentlichen…
View moreR. träumte von Brockhausens, daß sie sich erbärmlich verlegen gegen uns, die wir sie in Leipzig besuchten, benehmen! … Mit den Kindern auf das Eis gegangen, R. nachmittags zu Feustels, der Konferenz wegen. Der König wünscht nicht die Garantie zu gewähren, sondern Vorschüsse bis zur Höhe von 10 000 Th.;…
View moreR. hatte eine üble Nacht, beständig mit der Ordensgeschichte, dann mit den Gefahren der Garantie beschäftigt. Er liest in Daumer, abends aber in Gibbon mir vor. – Der Wagner-Frauen-Verein schickt 550 Gulden als erstes Ergebnis der Lotterie. Im Übrigen nichts von Bedeutung. R. erzählt mir, daß er seine Novelle „Beethoven“…
View moreR. erzählte mir heute seinen Traum, wie er in einer Bühnen-Theaterloge plötzlich wie bei einem Abgrund gewesen sei, Minna zu seinem Entsetzen eingetreten sei und freundlich verweisend ihm aus der Not geholfen; wie sie weiter gehen wollten, die Treppe hinab, wären lauter Kuhköpfe vor ihnen entstanden, immer mehr und mehr,…
View moreEva’s Geburtstag. – Mit der Meisterweise, mit welcher sie zur Welt kam, wird sie auch heute begrüßt; ich erinnere R. daran, wie er mir bei ihrer Geburt in das Ohr raunte: „Ich habe nie geliebt“, er antwortet: „Wer dich liebt, hat niemals geliebt.“ Neulich, wie wir nach einem Tage des…
View moreDie Woche über nicht in das Tagebuch geschrieben, meine Augen leidend. R. hat viel Not, ein Teil des Klavierarrangements der Götterdämmerung kommt an und ist unspielbar und unverständlich; die Mittelstimmen überfüllen, und das Hauptmotiv geht unter. An seine Partitur kommt R. nicht, was ihn sehr betrübt. „Meine Sache wäre, immer…
View moreBriefe von Herrn Schott, R. und er beschließen den Kontrakt, welcher für beide Teile, wie sich R. ausdrückt, „für beide Teile gleich ehrenvoll ist“. Nachmittags kommt auch dien Brief von Freund Feustel an, daß der König die Aufzeichnung der Garantie erbeten habe und zugleich auch da Gutachten des Verwaltungsrates. Überlegung,…
View moreSchneegestöber! Das Wetter wirft uns hin und her. Mehr und mehr habe ich für R. und mich das Gefühl des Verbanntseins in diesem Leben, „weißt du, wo unsre Heimat ist?“ R. hat die Kopie* mit Herrn Runckwitz** eingeladen; nette gute Leute. Der Bauführer erzählt von der Roheit der Werkmeister, welche…
View moreIch bin durch eine Mittheilung des Herrn Batz im höchsten Grade aus der Fassung gebracht worden. Er hatte mir zuletzt im Jahre 1872, nachdem ich ihn beauftragt hatte, mich von J.J. Weber loszumachen berichtet: J.J. Weber bestehe (Ehren halber) nur noch auf einer zweiten Auflage und übergebe mir von dann…
View moreFrühlingswetter, mit den Kindern vor- und R. nachmittags (Rollwenzel) spazieren gegangen. Große innere Müdigkeit, Todessehnsucht. Der Anblick des Theaters kränkt mich jetzt förmlich. „Vielleicht kommt noch das Unbekannte“, sagt R., „denn das Bekannte, auf das man baute, hat uns ganz vollständig verlassen.“ In Gibbon gelesen. Nachts überfällt mich eine Herzens-Congestion,…
View moreMein Auge verhindert mich am Lesen und Schreiben. Des Abends übernimmt R. die Lektüre; wie wir einzelne Züge des Heroismus bei den letzten Römern noch zu bewundern haben, sagt R.: „Sie gehen wie Männer unter, die Franzosen wie Affen.“ – In Venedig bereiten sie Rienzi vor.
View moreFrüh in das Haus gegangen; wie ich zurückkehre, finde ich R. höchlichst aufgebracht. Herr J.J. Weber beansprucht das Recht der Operntexte des Ring des Nib., welche R. an Herrn Schott cediert. Mit Mühe vermag ich es, R. über diese Gaunerei zu beruhigen. Daß dieses Benehmen des Herrn Weber niemanden empört,…
View moreHerr Schott scheint auf R.’s Vorschlag einzugehen. Gestern sendete R. den Brief an den König ab – ich lese ihn nicht. – Zum photographieren gegangen, die Kinder in ihren Kostümen, für den König. Spät heimgekehrt, was R. verdrießt; er ist gequälter Laune jetzt – frägt sich, ob das Datum einzuhalten…
View moreZum neuen Haus in der Frühe, nachgesehen, wie die neu angekommene Familie (samt Kanarienvogel und Bibel) sich befindet. R. beschließt seinen Brief an den König. Abends die Kopie bereichert mit einem Macedonier, Herrn Lalas*, von Richter (jetzt Direktor der Oper von Pest geworden) gesendet. R. nimmt die D dur Symphonie…
View moreIch muß Ihnen noch, der nöthigen geschäftlichen Ordnung wegen, anzeigen, daß ich mit Hrn. Schott in einem Vertragsabschluß begriffen bin, nach welchem ich ihm, außer den einzelnen Textbüchern zu den Nibelungenstücken auch das Textbuch der „Meistersinger“ zum Vertriebe überlassen habe … Ich erhalte hierfür, was mir augenblicklich sehr wertvoll ist,…
View moreIch ersehe, daß wir etwas ins Umständliche verfallen, was um so überflüssiger dünkt, als Sie in der Hauptsache mir zu Willen sein wollen, wofür ich Ihnen herzlich Anerkennung und Dank sage! – Ich erwarte nun, was Sie mir für die Zusprechung der Textbücher für die „Nibelungenstücke“ und die „Meistersinger“ nachträglich…
View moreR. schreibt an den König, bespricht darin den Beruf der deutschen Fürsten (Hofrat D. schrieb mir, daß die Luft von Hohenschwangau her in Bezug auf unser Unternehmen besser wehe als vor einiger Zeit)*. Nachmittags empfangen wir unsere neue Dienerschaft, Mann, Frau und Familie von 3 Kindern, aus Berlin. Abends unseren…
View moreLeb wohl, Januar mit deinem vielen Leid und Weh; es ist gut, daß man die Zeit einteilte, so stellt man sich vor, dieser Monat war schlimmer, der nächste wird besser, es gibt aber Erfahrung, die nichts ändert. – Zum Photographieren heute! R., der kaum gemalt werden kann, wie sollte er…
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